Jugendhilfe in der Schule

Die Charles-Hallgarten-Schule nimmt seit 2013 am Programm „Jugendhilfe an der Schule“ teil. Durch die Förderung des Stadtschulamts der Stadt Frankfurt ist es möglich, dass neben den Lehrkräften auch zwei SozialpädagogInnen an der Schule arbeiten.

Patricia Züsch und Stefan Steinbacher sind Angestellte des „Internationalen Familienzentrums e.V.“ und mit jeweils 75 % Stellenanteil an unserer Schule tätig. Neben den vielen kleinen und großen Problemen, die von unseren Schülerinnen und Schülern an die beiden herangetragen werden, führen sie konkrete Projekte und Maßnahmen durch.

Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass sogenannte Praxisprojekte ganz besonders geeignet sind, soziale Themen und soziales Miteinander zu erlernen. Soziales Lernen ist ein zentrales Ziel unserer Schule und ebenso der Jugendhilfe. Außerdem können in Praxisprojekten auch berufliche Kompetenzen erlernt und reflektiert werden. Die Schülerinnen und Schüler können sich praktisch erproben und ihre Stärken und Fähigkeiten zeigen. Sie bekommen bewusst Verantwortung und sollen selbstständig arbeiten. Praxisprojekte haben sich deshalb zu einem Schwerpunkt der Jugendhilfe entwickelt. Aktuell werden folgende Praxisprojekte angeboten:

Schulkiosk: Ungefähr 20 Schülerinnen und Schüler organisieren an drei Vormittagen pro Woche den Kiosk. Immer in der ersten Pause werden Getränke, belegte Brötchen, fische Waffeln und andere Snacks angeboten. Die Schülerinnen und Schüler stellen die Speisen frisch her, halten sich dabei an professionelle Vorgaben (z. B. Hygienevorschriften) und übernehmen den Verkauf. Der Erlös dient gemeinsamen Aktionen der Kioskgruppe.

Cafeteria: Acht Schülerinnen und Schülern sind im Wahlpflichtkurs (WPK) „Cafeteria“. Sie öffnen an vier Tagen pro Woche in der Mittagspause die Cafeteria für die Schülerinnen und Schüler der Berufsorientierungsstufe. Neben der Arbeit im Verkauf und der Entwicklung neuer Angebote (z. B. ein Smoothie-Tag), wird in diesem Kurs auch die Cafeteria umgestaltet und immer wieder neu dekoriert.

Förderwerkstatt: Beide Mitarbeiter der Jugendhilfe verfügen über eine handwerkliche Ausbildung und setzen diese Qualifikation in der Holzwerkstatt ein. Neben freien Öffnungszeiten an mindestens einem Tag pro Woche, werden auch Wahlpflichtkurse (z. B. Holzwerken für Mädchen) oder klassenbezogene Kurse in der Werkstatt angeboten. Außerdem kann die Werkstatt für Schülerinnen oder Schüler mit besonderen Schwierigkeiten genutzt werden, um eine Auszeit vom Unterricht anzubieten.

Andere Praxisprojekte, die nicht regelmäßig über das gesamte Schuljahr angeboten werden sind z. B.: Erkundung des Stadtteils, Fahrradwerkstatt, Klettern, Projekte zur kulturellen Bildung.

Neben den Praxisprojekten bieten die Sozialpädagogen sozialpädagogische Kleinprojekte in den Klassen an. Diese Kurse und Maßnahmen folgen keinem vorgegebenen Ablauf, sondern werden individuell die aktuellen Bedürfnisse der Klasse angepasst. Sie finden regelhaft in der 5. und 6. Klasse statt und werden immer zusammen und in Absprache mit den Lehrkräften geplant und durchgeführt.

Ein weiterer Bereich der Jugendhilfe ist die Berufsorientierung: Zum einen geht es um individuelle Hilfen beim Bewerbungsschreiben und Beratungen bei Fragen zur Berufs- und Lebensplanung. Zum anderen wird Ende der 7. Klasse eine sogenannte Kompetenzerfassung durchgeführt, die wiederum eine der Grundlagen für die weiteren Förderschritte in den Klasse 8 und 9 sind. Vor der Kompetenzerfassung wird ein Kurs zur Berufsorientierung im Rahmen der Arbeitslehre in der 7.Klasse durchgeführt.

Es hat Tradition und gehört zur Kultur der Schule, dass sich die Schülerinnen und Schüler auch mit ihren individuellen Problemlagen an ihre Lehrkräfte wenden. Daneben finden unserer Schülerinnen und Schüler aber auch in der der Jugendhilfe vertrauensvolle Gesprächspartner. Manchmal will man entweder nicht mit dem Lehrer oder der Lehrerin sprechen oder diese verweisen die Schülerinnen und Schüler sogar zur weiteren Beratung an die Jugendhilfe. Oft geht es dabei um Probleme oder Konflikte innerhalb der Schule. Darüber hinaus kann die Jugendhilfe auch bei anderen Schwierigkeiten beraten oder unterstützend tätig werden. Dabei sind sie auch Ansprechpartner für Eltern. Hier findet sich dann oft auch der Schnittpunkt zu weiteren Hilfemaßnahmen.

Wenn es einem Kind oder Jugendlichen so schlecht geht, dass wir an eine sogenannte Kindeswohlgefährdung denken, arbeiten die Jugendhilfe und die Schule ebenfalls eng zusammen. Wir sind dann sogar verpflichtet zu handeln und zu versuchen, wenn möglich auch mit den Eltern, eine gute Lösung zu finden und die Situation für das Kind zu verbessern.


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